Der 4. Tag begann eine Stunde später als die ersten 3, gefrühstückt haben wir erst um 7 Uhr, denn die erste Gondel ging erst um 8 Uhr. Das Frühstück im Hotel war großartig und wir haben uns so richtig gestärkt. Anschließend sind wir mit der Gondel von der Talstation rauf auf den Berg und hatten dann 1.000 Höhenmeter im Abstieg. Aber anders als am Vortag dieses Mal mit sehr leichtem Gelände, tollen Bergwiesen und vorbei an vielen Kühen, sodass sich dieser Abstieg eher wie ein gemütlicher Spaziergang angefühlt hat. Wir konnten uns unterhalten, austauschen und ich habe die Chance genutzt ein bisschen mehr zu fotografieren und auch von jedem Teilnehmer mal ein paar Bilder beim Wandern erstellt. Leider hatte ich ja nur ein Objektiv dabei, sodass ich mich nicht ganz so austoben konnte, wie ich es normalerweise gewohnt bin. Aber für die Kreativität ist es auch ganz gut, wenn man mal nur mit sehr eingeschränktem Equipment zurechtkommen muss.

Unten angekommen sind wir wieder ein Stück mit dem Bus bis ins Pitztal gefahren. Und durften dort unsere Rucksäcke wieder in der Materialseilbahn der Braunschweiger Hütte verstauen. Nach der Stärkung zum Mittag kam dann der Aufstieg des Tages hoch zur Hütte. Leider sollte der Wetterbericht Recht behalten und es zogen schon während des Essens dunkle Wolken auf. Wir sind erst mal gestartet, aber schon nach kurzer Zeit fing es an zu regnen und zu hageln. Gut, dass wir natürlich nicht das komplette Gepäck in die Materialseilbahn geladen hatten, sondern die vorgeschriebene Regenkleidung immer bei uns hatten.

Wir haben den Hagel vorüberziehen lassen und sind dann mit Regenjacken den Berg hoch. Ich fand den Aufstieg den schwersten, denn nach dem Unfall vom Vortag war mein Vertrauen in mich, die Schuhe und den Halt am Fels etwas erschüttert. Aber da ich immer ehrlich zu mir selber bin und mich und meine Fähigkeiten sehr gut einschätzen kann, habe ich Marcus gebeten, dass ich direkt hinter ihm gehen möchte. Er hatte uns das angeboten, wenn wir uns nicht sicher fühlen, weil er dann mehr Hilfestellung geben kann. Und so hat es auch super geklappt. Das Vertrauen war nach kurzer Zeit wieder da und es ging bei leichtem Regen langsam, aber stetig bergauf. Unten angegeben war der Aufstieg mit 2,5 Stunden. Wir waren durch die Nässe aber ziemlich flott und haben auch kaum Pausen gemacht, weil es so ungemütlich war, sodass wir weniger Zeit brauchten, um die Braunschweiger Hütte zu erreichen.

Belohnt wurden wir mit einem sensationellen Ausblick auf die umliegenden Gletscher. Auch bei schlechtem Wetter sah die Umgebung wirklich beeindruckend aus und man kann das gar nicht so richtig beschreiben. Ich hatte zwar letztes Jahr in Grönland bereits Gletscher und Eismassen gesehen, aber es ist jedes Mal aufs Neue sehr beeindruckend, wenn man davor steht. Und auch für uns durchgefrorene Wanderer war man auf der Hütte sehr gut vorbereitet, denn hier gab es neben einem mal wieder ganz hervorragenden Abendessen auch Wärmflaschen :)